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Das ist kein Museum!

DEEN

Projekt: Das ist kein Museum!  Jahr: 2018, Typ: offener internationaler Wettbewerb, Honorable Mention Wettbewerb: Ocean - Sea Museum Programm: Meeresmuseums
Größe: 20.000m2, Architektur: Opposite Office,  Benedikt Hartl Ort: Funchal, Portugal,

Für den internationalen Wettbewerb eines neuen Museums für die Weltmeere änderten und verkleinerten wir das vorgegebene Raumprogramm, so dass statt den geforderten musealen Räumen, eine Plastik-Recycling-Anlage entworfen wurde. 

Die Menschheit greift immer mehr in das Habitat der Meere ein. Warum wollen wir ein Museum für die Weltmeere bauen? Reicht es uns nicht, die Weltmeere zu zerstören? Wollen wir dabei auch noch live zuschauen? Am besten durch eine vollverglaste Hochsicherheitsscheibe, wie sie in zahlreichen neuen Projekten der Architekturelite eingebaut wird? Am besten noch ein Unterwasser-Restaurant, von dem wir Haie, Wale und bunte Fischschwärme begaffen können? Ist das die evolutionäre Überlegenheit des Menschen?

 

Sollten wir nicht statt dessen lieber versuchen unsere Meere zu bewahren? Überfischung, Verschmutzung durch Plastikmüll, und die fortschreitende Zerstörung von Lebensräumen in Korallenriffen, offenen Ozeanen, Flachmeeren und an den Küsten haben die Bestände vieler Arten von Meerestieren auf den niedrigsten Stand seit Menschengedenken schrumpfen lassen. Die Klimakrise, setzt die Meer zusätzlich unter Stress. 

 

Statt also einen (umweltschädlichen) Neubau an die Küste Portugals zu planen, (wie es die Ausschreibung des Wettbewerbs vorsieht), schlagen wir vor statt dessen eine schwimmende Recyclinganlage zu errichten, die zum Einen das Meer säubert, und zum Anderen öffentlichkeits-wirksam auf die Verschmutzung der Meere hinweist. Die Anlage siebt Plastikmüll aus dem Meer und produziert recycelte Boote für das Meerwasser-Freibad und Souvenirs für die Besucher. Das Off-Shore-Museum im Atlantik ist ausschließlich mit unseren Recyclingbooten erreichbar. So wird der Museumsbesucht zum echten Abenteuer!

 

Der pseudo-nachhaltige Bourgeois besucht das neue Ozean-Museum um dann enttäuscht festzustellen, dass es gar kein Museum ist. Das ist (k)ein Museum!

Leider konnte unser Vorschlag bei dem Wettbewerb, bei dem über 100 Beiträge eingereicht wurden nicht den ersten Platz erzielen, aber hey immerhin gab es eine Anerkennung und der Projekte wurde mit einer "Honorable Mention" ausgezeichnet. Der pseudo-nachhaltige Bourgeois honoriert eben doch nachhaltige Ideen!