Heute in der Bauwelt

March 8, 2019

 

 

 

England ist nicht zu beneiden! Die Diskussion um einen Brexit lähmt das ganze Land und überschattet alles. Aber das ist nicht das einzige Problem! Das Vereinigte Königreich befindet sich in einer Krise für bezahlbaren Wohnraum: Die größte aller Zeiten - mitten in London! Große Teile der Bevölkerung - die „Generation Miete“ und andere - sind vom Wohnungsmarkt ausgeschlossen und werden dies auch auf absehbare Zeit bleiben. Selbst jemand mit einem guten Einkommen wird die steigenden Immobilienpreise niemals einholen. "Property Guardianship" und andere prekäre Lebensformen nehmen zu und werden fast zur neuen Norm. Es gibt nur wenige, die mit ihrem Zuhause zufrieden sind. Eine ist die Queen! Buckingham Palace ist großartig! Mit 775 Zimmern und 79 Bädern ist die Bevölkerungsdichte nicht repräsentativ für den Rest von London, und der Buckingham Palace wartet auf seine Umnutzung zu Sozialwohnungen

 

Die Zimmer sind mit funkelnden Kronleuchtern, kostbaren Teppichen, Marmorsäulen, Skulpturen und teuren Kunstwerken geschmückt. Warum nutzen wir also nicht diese bestehende Struktur zur Bekämpfung der Wohnungsnot ?! Das dachte die Königin selbst, als sie letztens unter ihren Untertanen durch die Straßen „ihrer“ Stadt ging. Unter der Brücke entdeckte sie Obdachlose und erfuhr, dass sich Normalverdiener keine Unterkunft mehr leisten können. Also beschloss sie, all ihre königliche Macht einzusetzen, um dieses Problem zu lösen. Sie spricht mit ihrem treuen Architekten Benedikt Hartl von Opposite Office und gemeinsam kommen sie auf die Idee, den Buckingham Palace zu erweitern. Zur Fertigstellung von Buckingham Housing lädt sie Obdachlose ein. Internationale Medien wie beispielsweise die Daily Mail sprechen von 50.000 Menschen, die im „Affordable Palace“ unterkommen sollen. Nach aktueller Planung und brandschutztechnischen Bestimmungen wird diese Dichte schwer umsetzbar und es muss eher von einer geplante Bewohneranzahl von 45.000 Menschen ausgegangen werden. 

 

Erschwinglicher Wohnraum wird durch ein sehr effizientes System von Raumfolgen geschaffen. Diese funktionale Dichte wird durch eine Radikalisierung des Privaten erreicht. Nur acht Treppenhäuser verbinden die Wohnungen und bieten viel Platz zum Wohnen. Es gibt keine Korridore und kaum Erschließungsfläche, nur eine einfache nicht-hierarchische Abfolgen von Räumen, eine Enfilade, die von den zukünftigen Bewohnern in Beschlag genommen werden kann. In diesem offenen und großzügigen System entsteht viel Gemeinschaft, aber es gibt auch private introvertiert Zonen wie Schlafnischen an den Seiten, die durch Schiebe- und Faltwände geschlossen werden können.

 

So viel Platz für so viele glückliche Londoner! So ein schönes Haus! Auch erschwinglich! Ein positiver Nebeneffekt dieses Projekts ist, dass der Umbau des Buckingham Palace die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf bezahlbaren Wohnraum lenkt und gleichzeitig das soziale Ansehen des Buckingham Palace verbessert wird.

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