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PILLAR PENTHOUSE

Projekt: Wettbewerbsbeitrag Antepavillion Shortlist Jahr: 2026, Typ: temporäre Installation Architektur/Selbstbau: Opposite Office Team: Yelyzaveta Loktionova, Patric Kuttler, Benedikt Hartl Ort: Verkehrsinsel, Pages Walk, Old Kent Rd, London, GB

Pillar Penthouse ist ein (Penth-)Haus in London, das komplett aus recycelten Material gebaut ist.

In einer Stadt, in der Wohnraum zunehmend unbezahlbar wird, erhebt das Penthouse auf der Säule, auch Prekäres Penthouse genannt, die kleinstmögliche Form des Wohnens zum Monument. Ein minimales Mikrohaus ruht auf einer einzelnen schlanken Säule, die aus einem bestehenden Marmorsockel aufragt. Wo sonst Figuren der Macht oder Erinnerung stehen, befindet sich hier nur noch das absolute Minimum des Wohnens: ein Raum, gerade groß genug für eine Person zum Sitzen, Stehen und Liegen.

 

Die Konstruktion besteht vollständig aus wiederverwendeten Materialien. Sockel und Säule werden aus Terrazzo-Elementen eines früheren Antepavilion-Projekts gefertigt. Darüber trägt ein einfaches Stahlkreuz aus recycelten Profilen die Behausung. Einer der Träger verlängert sich nach unten und wird zur schmalen Treppe, Zugang und Tragstruktur zugleich. Auf der gegenüberliegenden Seite stabilisiert ein Spannseil, das an einem schweren Stein verankert ist, die fragile Konstruktion und macht die Kräfte von Gleichgewicht und Last sichtbar.

Die Behausung selbst besteht aus wiederverwendetem Holz und ist radikal reduziert. Nur an einer Stelle ist vollständige Stehhöhe möglich. Kein Überschuss, kein Komfort, nur die elementaren Dimensionen des Wohnens.

Indem dieses minimale Zuhause auf ein Podest gehoben wird, macht das Projekt sichtbar, was sonst verborgen bleibt: die zunehmend prekären Lebensbedingungen in London. Der private Akt des Wohnens wird öffentlich, ausgestellt und monumentalisiert. Der Sockel erinnert nicht länger an Macht, sondern trägt das Überleben.

An einer Straßenkreuzung in einem übersehenen urbanen Zwischenraum platziert, schwebt die Behausung weithin sichtbar über dem Boden. Aus Restfläche wird Aufmerksamkeit, aus Architektur ein Statement.

Das Prekäre Penthouse ist keine Lösung für die Wohnkrise. Es ist ein Monument.

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