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FRAGEN AN DIE GESELLSCHAFT

Die Ausstellung "Fragen an die Gesellschaft" präsentiert Modelle von verlorene Wettbewerbsbeiträgen im Zuge des Weißenhof Architektur Förderpreises in Stuttgart in der Weißenhofgalerie.

 

Neben Modellen und Ausschnitten aus Fernsehbeiträgen wird eine Zeitung in unterschiedlichen Sprachen über die Projekte von Opposite Office gezeigt. 

Auszug aus der Jury Begründung: 

"Da staunte die Jury nicht schlecht, als sie sich bei der intensiven Lektüre der zwei Seiten der Opposite News vom 6.10.2025 aus dem Münchner Architekturbüro Opposite Office unten rechts selbst persönlich erwähnt und zitiert fand. Und zwar mit dem Ergebnis des Weißenhof-Architekturför-derpreis [Sieben] für Architektinnen und Architekten, dass nämlich der Preis an den Autor selbst, Benedikt Hartı, geht. Natürlich konnte Harti nicht wissen, dass die Jury so entscheiden wird, und ebenso wird ihm der schmale Pfad zwischen sympathischem Wagnis und unverschämter Vorwegnahme einer Juryentscheidung bewusst gewesen sein. Er hat auf Risiko gespielt und damit etwas getan, was Architekten sich heute eigentlich nicht mehrleisten können, so sie denn auf dem Markt bestehen wollen. Schaut man weiter, so weiß Hartl sich gut zu verkaufen: Davon zeugen die Zeitungsberichte aus aller Welt (in Original-sprachen wie Chinesisch, Saudi-arabisch, Polnisch) zu provokanten Projekten, immer mit politischer oder gesellschaftlicher Aussage. So der Umbau des Buckingham Palace in Sozialwohnungen oder die Umnutzung der Gasleitungen von Nordstream 2 zu einem Capsule Hotel mit 194 Schlafkojen, Werk-stätten, Sprachschule, Galerien und kultureller Begegnungsstätte. Mit einer Ausnahme widmet sich die Zeitung sich ausschließlich nicht gewonnenen Wettbewerben: Es handelt sich um ein Werk-stattgebäude mit drei Innenhöfen für die Caritas der Diözese Freising/München. 2018 gewann das Büro den Wettbewerb mit einem Zweigeschosser, der einige Überraschungen bereithält, z.B. die außenliegenden Treppenhäuser. 2025 wurde das Haus bezogen. Benedikt Hartl ist risikobereit, provokant und einfach nur frech, Regeln scheinen ihn nicht zu irritieren. Er beherrscht sein Metier und ist auf dem aktuellen Stand in der Diskussion über Klima, Suffizienz und allem, was dazu gehört. Ungewöhnlich aber ist es dann, auch uber die Zusam-menhange von Politik, Gesellschaft und aebauter Jmwelt zu lesen und Gian Carlo di Carlo 1919-2005 zitiert zu finden: «Architektur ist zu wichtig, um sie nur den Architekten zu überlassen.» Dieser Off-nung der Architektur in die Gesellschaft und vice versa schloss sich die Jury gerne an und erfüllt die Prophezeiung Benedikt Hartls."

 

Klaus Jan Philipp für die Weißenhof Architekturgalerie

Einen Ausstellungskatalog können Sie hier bestellen.

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